Persönlichkeiten aus dem Bergell

Adelsfamilie von Salis

Wer schon einmal in Soglio war, kennt den Palazzo Salis mit seinem traumhaft schönen Garten mitten im Dorf. Ein solch prunkvolles Gebäude in einem kleinen Bergdorf am Rand der Schweiz regt unweigerlich zum Nachdenken an: Wer war diese Familie von Salis? Was führte sie ins Bergell, und wie kam es, dass sie dort derart stattliche Bauten errichten konnte?

Die Patrizierfamilie von Salis gehört zu den bedeutendsten Adelsgeschlechtern des Kantons Graubünden, insbesondere des Bergells. Um 1300 n. Chr. erscheint in Urkunden erstmals der Name Rudolfus de Salice de Solio – Rudolf von Salis aus Soglio. Das Bergell war zu jener Zeit zwar ein abgelegenes Tal, zugleich jedoch ein strategisch wichtiger Handels- und Zollkorridor zwischen Italien und dem deutschsprachigen Alpenraum.

Für den Handel mit Salz, Wein, Getreide, Eisen, Gewürzen und anderen Waren bildete die Route von Chur über den Maloja-Pass nach Chiavenna, zum Comersee und weiter nach Mailand eine der bedeutendsten Nord-Süd-Verbindungen. Bereits im 14. Jahrhundert besass die Familie von Salis eigene Ländereien, diente als Verwalter des Bistums Chur und übte lokale Verwaltungs- und Richterfunktionen aus. Im Laufe der Zeit gewann sie zunehmend an Einfluss, stellte Talrichter und übernahm Zollrechte. So entwickelte sich die Familie von adeligen Grundbesitzern zu handelstreibenden Patriziern, die insbesondere im Wein- und Salzhandel erfolgreich tätig waren.

Palazzo Salis heute ein Hotel

Bild: Palazzo Salis in Soglio

Als im 16. Jahrhundert die Reformation im Bergell Fuss fasste und sich grosse Teile der Familie dem reformierten Glauben anschlossen, vergrößerte sich ihr Einfluss weiter. Mitglieder der Familie wirkten aktiv beim Aufbau der reformierten Kirchen in mehreren Dörfern des Tals mit. Parallel dazu nutzten die von Salis ihre politische Macht, um sich Handelsprivilegien und Militärverträge zu sichern.

Das folgende 17. Jahrhundert markiert die Blütezeit der Familie von Salis im Bergell. Der Reichtum aus Handel, Transitverkehr und militärischen Diensten ermöglichte den Bau mehrerer herrschaftlicher Häuser und Paläste im gesamten Tal. So ließ Baptist von Salis im Jahr 1630 den prächtigen Palazzo Salis in Soglio errichten. Der Palazzo diente der Familie nicht nur als Wohnsitz, sondern auch als Verwaltungs- und Wirtschaftszentrum.

Zu dieser Zeit stieg die Familie von Salis zum einflussreichsten Patriziergeschlecht der Drei Bünde auf. Zahlreiche Familienmitglieder bekleideten hohe politische Ämter, waren bündnerische Gesandte in Venedig und Mailand und kontrollierten weiterhin die lokale Verwaltung und Justiz im Bergell.

Um 1700 nahm der Einfluss der Familie im Tal etwas ab, da sich mehrere Linien herausbildeten. Einige Mitglieder studierten oder arbeiteten im nahen Norditalien, während sich andere bündnerische Zweige von der Hauptlinie im Bergell abspalteten. Soglio und insbesondere der Palazzo Salis blieben jedoch der symbolische Mittelpunkt der Familie.

Einige Generationen später kam es um 1800 zur Heirat von Rita von Salis mit Francesco Sertoli aus Sondrio. Aus dieser Verbindung ging die Linie der Conti Sertoli Salis hervor. Damit verband sich der Bergeller Adel mit der lombardischen Kaufmanns- und Weinhändlertradition. Diese Verbindung steht sinnbildlich für den Übergang der Familie von einem alpinen Handels- und Amtsadel zu einer italienisch-schweizerischen Patrizierdynastie mit wirtschaftlichem Schwerpunkt im Weinbau.

Im Verlauf des 19. Jahrhunderts verlor die Familie von Salis ihre politische Bedeutung, behielt jedoch ihren gesellschaftlichen Rang und kulturellen Einfluss.

Der Palazzo Salis in Soglio blieb bis heute im Besitz der Familie und zeugt noch immer vom einstigen Reichtum und Einfluss dieser bedeutenden Bergeller Dynastie.

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